[Review]: MINUETUM - Haunted Spirit
MINUETUM - Haunted Spirit
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Aus Griechenland kommen viele wundervolle Sachen. Ouzo zum Beispiel, eine unglaublich umfangreiche und tiefgründige Mythologie oder auch klasse Bands wie Firewind oder Rotting Christ.
Leider hat Griechenland nicht nur Positives zu bieten, was ich unter anderem darin begründen möchte, dass das Land ein milliardenschweres Rettungspaket der EU benötigt - Griechenland ist arm dran. Eine fast korrespondierende Armut, aber in kreativer Hinsicht, möchte man anfangs den Mitgliedern der griechischen Band Minuetum zuschreiben, die hier ihr erstes Album "Haunted Spirit" veröffentlichen. Bei allem gebührenden Respekt für den Anspruch an Kreativität und Durchhaltevermögen, den Künstler bei der Komposition und technischen Umsetzung eines solchen Projektes umzusetzen versuchen - allzu hochklassig gestaltet sich "Haunted Spirit" in meinen Augen nicht.
Das Album beginnt mit dem Instrumental "Sky Minuet", das sich als relativ atmosphärisch zeigt und auf die restlichen neun Songs hoffen lässt. Direkt daran knüpft "The Dark Half" an, das sich als durchaus solides Stück zeigt. Doch gleich zu Beginn zeigt sich eines der (meiner Meinung nach) größten Mankos der Bands - der Sänger. Dimitris Zacharopoulos ist kein wirklich schlechter Sänger und erfüllt seine Aufgabe durchaus befriedigend, aber mit seiner Stimme kann ich mich nicht anfreunden, auch im weiteren Verlauf des Albums nicht.
"The Tribe is calling" ist vom gleichen Kaliber - ein solider Song, der durchaus gefallen kann, bei dem sich zeigt, dass die kreativen Köpfe bei Minuetum nicht so ideenlos sind, wie es vielleicht anmuten mag. Allgemein zeigt sich im gesamten Album Potenzial für noch bessere Alben, welches hoffentlich beim zweiten Album konsequent genutzt wird.
Über "Follow us" gibt es nicht viel zu sagen - mir gefällt das Lied nicht sonderlich, bis auf das Gitarrensolo im Mittelteil gibt es nichts, was das Lied herausstechen lässt. Fast schon langweilige 4:22 Minuten, in denen ich mich schon zwingen musste, nicht einfach weiterzuschalten.
"Key to Glory" gefällt mir wieder etwas besser, da es sich schon eher in der traditionellen Power-Metal-Manier zeigt. Hier fallen besonders die prägnanten Drums auf, die dem Titel etwas Druck geben und ihn - eher als die anderen Titel - als treibend kennzeichnen.
"Hero Divine" fällt leider wieder hinter seinem Vorgänger zurück - ich finde das Lied schlichtweg langweilig und uninspiriert. In den Strophen und im Refrain eher schleppend als denn treibend wie "Key to Glory" wirkt es deplatziert, ein flotterer Song hätte hier definitiv eine bessere Wirkung erzielt.
"Time to fly" stellt für mich einen der wenigen Höhepunkte des Albums dar - treibende Drums und ein relativ packendes Gitarrenspiel deuten wieder an, welches Potenzial in der Band schlummert. Zwar stört mich immer noch die Stimme des Sängers, doch nicht in dem Maße, wie es in den vorigen Songs der Fall ist.
"Ghost King" ist insofern eine konsequente Weiterführung der Linie ab "Key to Glory", unterbrochen durch "Hero Divine" - die Drums machen Tempo, es ist insgesamt mehr Druck hinter dem Ganzen als zu Beginn, was dem geneigten Power Metaller gefällt.
Auch "Into the night" zeigt höheres Niveau als der Albumbeginn und gefällt mit prägnanten Keyboardlinien, die die Gitarrenstimmen gelungen untermalen, während die Drums Bewegung in den Song bringen. Um es mit Stromberg zu sagen : "Läuft" .
Den Abschluss des Albums bildet "Eternal Twilight", ein zehnminütiges "Epos". Viel Neues kann ich hierbei nicht sagen, aber die Hörer können beruhigt sein - das Niveau der zweiten Hälfte wird hier gehalten, es wird ein druckvoller Song dargeboten.
Als Fazit lässt sich sagen, dass Minuetum mit "Haunted Spirit" ein relativ solides Debut abliefern. Die erste Hälfte präsentiert sich zwar uninspiriert und mag zunächst zwar Hörer abschrecken, in der zweiten Hälfte steigert sich die Band aber zu einer akzeptablen Leistung, die auf das zweite Album hoffen lässt. Gleichzeitig hoffe ich aber auch auf eine dezente Verbesserung in der Produktion - mir klingt das Album etwas zu flach, eine etwas fettere Produktion könnte dem Abhilfe schaffen. Insofern attestiere ich den Griechen Potential zu (halbwegs) großen Taten und wünsche ihnen, dass sie nicht das Schicksal ihres Landes ereilt und sie an ihren Taten in finanzieller Hinsicht scheitern.
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